Work is just work
Habe ganz große Probleme. Gestern war ich quasi den ganzen Tag lang panisch. Der OBERSTE Chef der Firma möchte mit meiner Chefin über mich/meine kleine Abteilung sprechen.
Da ich weiß, aus welcher Ecke das ganze losgetreten worden ist, wappne ich mich gerade für das schlimmste und merke - das wäre echt furchtbar für mich.
Gleichzeitig ist mir verboten worden, über das Thema zu sprechen. Alles läuft nur noch streng hierarchisch über meinen Chef.
Letzte Nacht habe ich mich gefragt, was das Problem an der Sache ist. Ich kann es ganz genau definieren. Ich weiß genau, was mich jetzt triggert und wovor ich WIRKLICH Angst habe. Dass meine Kollegin schlechtmöglichst reagiert hat, hat auch nicht geholfen. Es war klar: im worst case bin ich komplett alleine und für die läuft das Leben weiter. Ja, kann mir vorstellen, dass man dann auch mit denen nichts mehr zu tun haben möchte, habe kurz auf die Seite der Freundinnen geblickt, die ich durch Aufhebungsverträge verloren habe.
Devour feculence!
„Severance“ sagt mir mehr als mir lieb ist. Die Episode 9 hat mich sehr berührt. Jede Folge hat ihre eigene Besonderheit, alle sind so genial.
Folge 7 hatte Jessica Lee Gagnés Effekte, Kunst pur, vorherrschendes Gefühl war Wut.
Folge 8 mochte ich auch, leider ging es nicht allen so. Wunderschön gefilmt, tragisch, isoliert, gruselige Möglichkeiten.
Und nun „The After Hours“: das Bedauern. Uta Briesewitz ist „leiser“ als Gagné. Sie macht das zusammen mit David Lanzenberg alles ganz fein und behutsam, selbst wenn die Bilder mal absolut krass daherkommen wie das letzte der Folge. Das imponiert mir auch extrem. Es steckte sehr Gefühl in dieser Folge und die Farben waren besonders schön. Das Licht auf Irvings Gesicht…
Ja, Corporate Speak, Maulkörbe, das Rad im Getriebe, der „kapitalistische Anschiss“, so habe ich ihn genannt… Severance ist zu nah. „Da drinnen“ ist man nur eine Sklavin. Die Individualität geht komplett verloren. Mir tut das vor allem deshalb weh, weil es so f… ungerecht ist und erniedrigend. Ach und wenn man das kommentiert gegenüber dem Vorgesetzten, jemand anderem darf man ja nichts sagen, dann wird man noch halb ausgelacht.
INFJ können mit Statuskrams nix anfangen und dieses dumme Getue geht mir gehörig auf den Zeiger. Die da oben sind nicht mehr wert als ich und zum Teil haben sie vom Fachlichen so wenig Ahnung, dass man schallend loslachen möchte. Es ist alles ein Spiel mit unmenschlichen Regeln.
Irgendwann wird der Hammer fallen. Ich hatte gehofft, noch etwas Zeit zu haben. Es will keiner irgendwelche Argumente hören oder Fakten. Es ist wie am Aktienmarkt, es geht allein um das Image, Blenden und Hinhalten. Wenn ich mir überlege, was das alles impliziert… Wie schnell man aus der Gnade fallen kann… Bin absolut satt.